Behandlung spastischer Muskeln mit BOTOX-Injektionen
(Botulinumtoxin Typ A)

Informationen für Eltern

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Eine ausgeprägte Spastizität bestimmter Muskeln / Muskelgruppen kann sich sehr ungünstig auswirken: Die motorische Funktion ist in der Regel stark beeinträchtigt, oft entwickeln sich sekundär Deformationen von Gelenken, oft begleitet von Schmerzen. Medikamentös ist eine ausgeprägte Spastizität kaum zu beeinflussen, nicht selten sind chirurgische Massnahmen zur Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit nötig.

Als Alternative ist in ausgewählten Situationen eine Behandlung mit BOTOX-Injektionen zu bedenken.

Botulinumtoxin führt nach intramuskulärer Injektion zu einer "chemischen Denervierung" der motorischen Endplatte des entsprechenden Muskels, also derjenigen Gegend, die von den Nerven die Impulssignale auf die Muskeln übertragen. Dadurch wird dieser Muskel vorübergehend geschwächt bis gelähmt (dosisabhängig), die Spastizität wird somit reduziert. Der Wirkungseintritt erfolgt nicht sofort nach der Injektion, sondern im allgemeinen innert 3 Tagen. Die Dauer der Lähmung ist abhängig von der injizierten Dosis, sie liegt in der Grössenordnung von 3 - 6 Monaten, bis sich genügend Nervenendungen neu gebildet haben und die Muskelkraft zurückkehrt. Durch erneute Injektion wird die ursprünglich erzielte, gewünschte Wirkung wieder erreicht. Darin liegen zugleich der Nachteil und der Vorteil der Behandlung.

Nachteil: Erneute Injektionen sind nötig (in Abständen von Monaten).

Vorteil: Die Wirkung ist reversibel (rückgängig).

Die Behandlung kommt nur für bestimmte Muskelgruppen in Frage, sie bedingt also keine allgemeine Senkung des Tonus.

Es liegen inzwischen zahlreiche Erfahrungen bei Erwachsenen (insbesondere für unkontrollierte Muskelspasmen im Hals- und Gesichtsbereich) und bei Kindern mit Cerebralparesen vor.

Die Behandlung ist bei Beachtung der empfohlenen Richtlinien (Injektionsort und -Dosis) als komplikationsarm zu betrachten, schwerwiegende Nachteile wurden bisher nicht festgestellt.

Für ergänzende Auskünfte stehen Dr. Knecht und ich Ihnen zur Verfügung.

 

 

Prof. E. Boltshauser

(Für die Ärzte des Rehabilitationszentrums und der Abteilung Neurologie)